Schmorgericht
Der Kessel der Verdammnis
Kräftiges Schweinegulasch mit Paprika
Kurzgeschichte
Warum dieses Rezept hier steht
Ich wollte ursprünglich etwas halbwegs Vernünftiges kochen. In einer Diskussion darüber, was beim Essen eher dabei hilft, den Bauch nicht weiter zum Großprojekt auszubauen, stand Geflügel ziemlich weit oben auf der Liste.
Dann fuhr ich zur Metro.
Hähnchenbrust kostete ungefähr das Doppelte, während knapp 1,8 Kilo Schweineoberschale für 5,30 Euro pro Kilo herumlagen. Unter zehn Euro für einen ziemlich mageren Haufen Fleisch. Damit war Geflügel überraschend schnell Geschichte.
Der Plan wanderte danach irgendwo zwischen Schaschlik und Gulasch herum. Ich wusste noch, dass zu Hause vier Paprika lagen, kaufte drei weitere und dachte: Jetzt gibt's richtig Paprika.
Gab es nicht.
Die vier zu Hause hatten beschlossen, ihren Aggregatzustand eigenständig Richtung Paprikasaft zu verändern. Also blieben drei. Die kamen komplett in den Topf und wurden so lange mitgekocht, bis von Paprika, Zwiebeln und dem ganzen Rest praktisch nichts mehr übrig war.
Am Ende gab es Fleischstücke in einer dunklen, kräftigen Sauce, in der sämtliche Beweise verschwunden waren.
Der Kessel der Verdammnis.
Der Name war damit keine kreative Entscheidung mehr. Eher eine Zustandsbeschreibung.
Zutaten
- 1,5 kg Schweineoberschale in ordentliche Gulaschwürfel
- 3 Stück Zwiebeln gewürfelt
- 3 Stück Paprika gewürfelt, dürfen vollständig verkochen
- 3 Stück Knoblauchzehen fein gehackt
- 4 TL Tomatenmark
- 700 ml passierte Tomaten
- 500 ml Brühe nach Bedarf etwas mehr
- 2 EL Paprikapulver edelsüß hier wird nicht homöopathisch gewürzt
- 1 EL Paprikapulver geräuchert
- 1 TL scharfes Paprikapulver nach gewünschter Schärfe
- 2 Stück Lorbeerblätter
- 3 EL Worcestersauce
- nach Bedarf schwarzer Pfeffer
- nach Bedarf Salz
Zubereitung
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Fleisch anbraten
Oberschale portionsweise in einem schweren Topf sehr kräftig anbraten. Nicht alles gleichzeitig hineinkippen. Wir wollen Röstaromen und kein betreutes Kochen im eigenen Fleischsaft.
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Zwiebeln anrösten
Fleisch herausnehmen. Zwiebeln im Bratensatz kräftig anschwitzen und Farbe nehmen lassen. Knoblauch erst gegen Ende dazugeben, damit er nicht verbrennt.
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Tomatenmark rösten
Tomatenmark einrühren und ordentlich mitrösten, bis es deutlich dunkler wird. Das Zeug darf Richtung Ziegelstein gehen. Genau hier entsteht Geschmack, nicht durch späteres hektisches Nachsalzen.
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Paprika versenken
Die drei Paprikaschoten dazugeben und mit anschwitzen. Sie sollen ausdrücklich nicht knackig bleiben, sondern während des Schmorens weitgehend zerfallen und Bestandteil der Sauce werden.
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Würzen
Paprikapulver edelsüß, geräuchertes Paprikapulver und die gewünschte Schärfe dazugeben und nur kurz mitrösten. Paprikapulver verbrennt ziemlich bereitwillig und wird dann bitter, weil selbst Gewürze offenbar Drama brauchen.
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Kessel füllen
Fleisch zurückgeben. Passierte Tomaten, Brühe, Worcestersauce und 2 Lorbeerblätter dazugeben. Alles gründlich vermengen.
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Schmoren
Aufkochen, anschließend Hitze deutlich reduzieren und zugedeckt ungefähr 2 bis 2½ Stunden sanft schmoren, bis die Oberschale richtig weich ist. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf etwas Flüssigkeit ergänzen.
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Finale
Lorbeerblätter herausnehmen. Konsistenz prüfen und gegebenenfalls offen etwas einkochen lassen. Erst jetzt endgültig mit Salz, schwarzem Pfeffer, Worcestersauce und gegebenenfalls noch etwas Paprika beziehungsweise Schärfe abschmecken.
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